Montag, 6. Dezember 2004

Voll Panne

Lustig ist, wenn man nach Oslo fährt, um an einer Konferenz über gescheiterte Projekte teilzunehmen, am Sonntag vormittag vor dem Rückflug nach Bahlin noch schnell den berühmten Holmenkollen besuchen möchte und daran so gründlich scheitert, dass man dem Gastgeber nach der Heimkehr folgendes stolz berichten kann:

Our trip to Holmenkollen, by the way, would be a subject for the next Reality Check. We got up at 6:30 to find that breakfast at the Hotel is served from 8 on Sunday. So we skipped Frokost. The guys at the reception told us the train to Frognerseteren would leave at the Subwaystation close to the bus depot. When we got there we noticed that was a blatant lie, and went on to Majorstuen. There we didn't notice that the train has its own platform and we missed the first one that left. So we stayed on the platform for 40 minutes until the next train arrived. Time was starting to run out, so we didn't go to Frognerseteren to walk to Holmenkollen, but just one stop past Holmenkollen, planning to walk back from there.

We started up the hill and imediately got lost in the fog and a maze of small private roads. Due to the fog we didn't see the view, either. After half an our of aimlessly stumbling among the nice homes in the fog, snow and sleet we went back to the same station we had arrived at. We had no more time to stop at Holmenkollen and went past it for a second time. Going back down, the fog cleared, and we were able to see the beautiful view of the city and the harbour for a few seconds.

Back at the hotel we even had ten minutes for breakfast before taking the bus to the airport. By then the sky had cleared up completely, the weather was beautiful, and we looked upon the landscape jealously from the bus. The trip back to Berlin went without furhter noteworthy events.

Dienstag, 30. November 2004

Hybris never ends

Der Anlass scheint gar nicht so bedeutend. Freitag fahre ich nach Oslo, um bei einer Konferenz mit dem schönen TItel Reality Checks im Cafe Mir einen Vortrag über die Geburt des Hamsters aus dem Scheitern an meinem Kapitalismus-Performance-Lecture-Projekt zu halten. 3/4 Stunde quatschen über die Lieblingsthemen Ich und Scheitern sollte immer gehen.

Und jetzt das: komplett paralysiert, unfähig zu schreiben, Video zu schneiden, einen Gedanken zu fassen. Die Situation wächst sich zu einem ausgewachsenen Flashback aus, die Wiederholung jener bizarren Situation Anfang September als Farce, als ich weder denken noch schreiben konnte, und dachte, daran etwas zu verstehen.

Bin ich doof, ist es der Kapitalismus oder stimmt das Konzept nicht?

Montag, 29. November 2004

Hamster haben mehr davon

Everyone else... ... has had more sex than me, sagt das Kaninchen.

Via Blaustrophobie, und der hats hierher.

Donnerstag, 25. November 2004

Hamstersex

Selber machen oder zugucken.

Via man whore

Leicht indigniert.

Wärmestube

Unsere Aus- und Überschreitungen helfen denen, die sich das Mitmachen nicht trauen, ihr Sein als Wert zu beschreiben. Genau im Herzen jeder Gesellschaft markiert ein fiktiver Kern von Durchschnittlichkeit das Gegenteil der verbotenen Genüsse und Grausamkeiten, die man sich auf der öden Ebene zwischen diesen beiden Polen lüstern vorstellen mag.

Wird die Weite der öden Ebene bedrohlich, ziehen ihre Bewohner die Pole des Vorstellbaren und Erlaubten enger zu sich heran, verbannen alles Unheimliche und jene, denen sie zutrauen, es zu praktizieren, aus dem Vorrat akzeptabler Praktiken.

Damit, hoffen sie, schützen sie sich vor der Leere.

Was hast du in der Hose?

Komm, pack die Taschen aus, pack die Sachen aus,
Raus aus deinem Haus, kleine Schnecke,
Wer bist du denn? Sieht nicht gut, sieht scheiße aus,
Kompliment, bist du einer, der rennt?
weg rennt? Straße lang und so, ciao.

Wow, pack die Taschen aus, zeig mir deine Schlüssel
Schwanger? Ich krieg 'n Elefantenbaby, guck ,da ist der Rüssel.
Dicke Rolle Scheine, aber kleine, bisschen Münz,
kannst gehn, 0:6 wie Juri Schlünz.
Tschüß, wiedersehn, areviderci, tschau tschau,
pass mal auf, wenn ich dir keine hau, genau.

Portemonaie, nüscht drin, klingeling,
Eiermann, du hörst mich, ich sag dir heute alles, was mich an dir stört,
ein Spiel, laut: Schlechte Haut! Mann, ist das dein Gesicht?
Du Armer, bist du'n Warmer? Das ist kein Homo-Rassismus,
Denn ich mein das ganz persönlich, Versteh's wie du willst,
Mir egal, du bist es nämlich, selber dämlich,
blöd genug für deine ganze demographische Gruppe,
Hörst du mich, hörst du zu? Hallo?! Ist mir schnuppe.

Montag, 22. November 2004

Exotik in Wilmersdorf

Mich wundert am meisten, wie manche Leute einen Beruf und eine Beziehung lebenslänglich aushalten können. Und dass es die noch gibt! Am Wochenende geriet ich über die Liebste an einen langen Tisch voller Menschen in meinem Alter. So weit, so normal. Nur saßen da an Stelle der üblichen Bohemiens lauter Ärzte, Anwälte, Richter, Lehrer, Inhaber und Geschäftsführer von gutgehenden kleinen Spezialgeschäften. Mitdreißiger bis Frühvierziger mit Karrieren, Familien, Immobilien und was unsere Eltern sonst so alles hatten. Exotisch.

Mir verursacht nach ca. zwei Jahren in einem Job aufsteigende Unlust regelmäßig körperliche Beschwerden. Ist gerade mal wieder so weit. Ich möchte jedesmal sofort einschlafen, wenn der alte iMac wach wird, selbst wenn ich gerade neun Stunden geschlafen und anschließend ausführlich gefrühstückt habe.

Unmotivierte Müdigkeitsattacken angesichts von Verpflichtungen kenne ich seit der Pubertät, aber langsam wird es lächerlich. So viel kann doch keiner schlafen.

Dabei dachte ich, diesmal hätte ich es mir superschlau eingerichtet. Bisschen Werbetexterei fürs Geld, bisschen Kunst für die geistige Gesundheit, von beidem nicht zu viel, damit noch Zeit für Schlafen, Spazierengehen, Sex, Bier, Bücher etc. bleibt.
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