Pussy-Synchronizität
En route nach Steglitz in der U9, was laut bvg.de schneller geht als mit Tram und S-Bahn, zum theaterwissenschaftlichen Institut der Freien Universität, junge Menschen korrumpieren. Ein kleiner Mann setzt sich neben uns. Mitte Ende 60, Blouson leuchtend violett mit gelben Applikationen, Schiebermütze. In seiner Apothekenzeitschrift hat er annotierte Zeitungsausschnitte gesammelt, dazwischen ein quadratischer weißer Zettel, dem Format nach ein Blatt von einem dieser wuchtigen Zettelblocks. Am Ende der ersten Zeile entziffere ich in krakeliger Alte-Leute-Schrift in blauem Kugelschreiber "... wie soll ich es nennen". Davor und danach scheinen nur Bezeichnungen für das weibliche Geschlecht zu stehen, pussie (klein aber mit ie), Spalte, Höhle, Busch ....
Er bemerkt mein Mitlesen und verbirgt den Zettel zwischen den anderen, holt ihn aber gleich wieder vor. Entweder er spielt mit mir oder er kann sich den Genuss der Lektüre einfach nicht versagen. Eigene Dichtung, das Geschenk einer späten Liebe?
Besonders gut: Ich sprach gerade mit meinem Nachbarn zur Linken über Tim Etchells' Strategien der Textgenese mit Forced Entertainment, die ca. genau so funktionieren. Gefundener Text, Listen, Obszönitäten.
Er bemerkt mein Mitlesen und verbirgt den Zettel zwischen den anderen, holt ihn aber gleich wieder vor. Entweder er spielt mit mir oder er kann sich den Genuss der Lektüre einfach nicht versagen. Eigene Dichtung, das Geschenk einer späten Liebe?
Besonders gut: Ich sprach gerade mit meinem Nachbarn zur Linken über Tim Etchells' Strategien der Textgenese mit Forced Entertainment, die ca. genau so funktionieren. Gefundener Text, Listen, Obszönitäten.
HamsterMan - 11. Nov, 23:16
