Montag, 8. November 2004

Top 10 Gründe, Berlin zu hassen

Dass sich ein paar Drecklöcher halten, die weder alter noch neuer Ökonomie verwertbar erscheinen, ist romantisches Wunschdenken und würde, wenns stimmte, nicht auf die Liste gehören. Da gibt es anderes:

1. Hundesucht. Hundehaltung passt wie die Faust aufs Auge (sic!) zur Berliner Radfahrermentalität (nach oben Buckeln nach unten Treten, s. Autofahrer).
2. Angeberei (Berlin ist die einzige Stadt, die als ganze angibt, ick höre immer nur Metropole),
3. Berliner Schauze (Ich bin KEIN junger Mann, und gerne nicht mehr. Die breiige Blonde hinter der Kaiser's-Kasse jungermannt auch noch den letzten 80jährigen Invaliden, wenn er ihr seine Restrente nicht schnell genug hinwirft)
4. Verkehr: Opelfahrer, die Gas geben, sobald der letzte brave Fußgänger,der noch bei grün die Straße betreten hat, rüber ist, um die VERBRECHER, die bei rot gehen, springen zu lassen. Dito die (Taxi-)fahrer, die an der Ampel so weit nach rechts fahren, dass der Radfahrer nicht vorbei kommt. Dito Mountainbiker, die mit ihren TELEGABEL-gefederten Idiotenbikes Fußgänger jagen...

to be continued

Freitag, 5. November 2004

Cool Runnings.

Race politics in Alien vs. Predator: die sistah überlebt und entkommt per Schlitten mit dem Predator, der im Gegenlicht wie ein großer, böser Rastaman aussieht, aus der Eishölle. Die weißen Jungs sind da schon lange tot. Leider stirbt der predator am Schluss auch noch. Und dann tauchen auf einmal seine ganzen Kollegen wieder auf. Den Predator als love intererest für die wunderbare Heldin einzuführen, haben sie sich am Ende mal wieder nicht getraut. So bleibt das auf Pfadfinderniveau, mit Blutsbrüderschaft und Fahrtenmesser tauschen.

Donnerstag, 4. November 2004

Gangsta Style im Weinbergspark

Die besten Beiträge schreibe ich morgens, zwischen Aufwachen und Aufstehen, im Kopf. Bis ich am Rechner sitze, habe ich sie vergessen.

Heute formulierte ich einen wütenden Absatz darüber, wie Jungmänner-Banden das Spazierengehen verderben. Ich bedauerte, dass man solches jetzt auch im Stadtteil Mitte (alt) erleben kann, der bisher von pubertierenden Pickelrotten glücklich verschont geblieben war, erwähnte ein paar Anekdoten aus meiner Kreuzberger Zeit (die Kids mit der Wumme in der Admiralstraße) lobte en passant die braven Hippies vom John-Lennon-Gymnasium, die schlimmstenfalls unaufmerksam rauchend den Bürgersteig versperren, und beklagte das Verkommen des Weinbergsparks zum Drogenmarkt in der Hand aufdringlicher Jung-Pusher.

Missverständnissen vorbeugend erwähnte ich, dass meinethalben jeder die Drogen nehmen, kaufen, verkaufen soll, die er mag. Mich stören aggressives Verkaufsgebaren und bandenmäßig organisierte Observation des (meines) Parks. Ich will verdammt nochmal spazieren gehen, ohne auf-/herausfordernd angenickt oder mit nuttigen"Kss, kss"-Geräuschen auf Idioten aufmerksam gemacht zu werden, die ich lange gesehen habe.

Ich lies mich darüber aus, wie es falsch ist, es aus politischer Korrektheit zu verschweigen, wenn Banden sich aus türkischen oder arabischen Jugendlichen zusammensetzen. Dass Gangsta Style als Style ein wenig eleganter sein mag als Deutschmann-Glatzen-Blödheit, dass man als Erwachsener aber insgesamt gerne darauf verzichten möchte, männliche Jugend, gleich welcher Herkunft, beim Ausagieren ihrer hormonellen Unbalancen zu erleben.

Aber wie gesagt: Nach Aufstehen/Kaffeetrinken ist alles weg. Wieder nüscht.

Mittwoch, 3. November 2004

Scheißtag.

Ach, alles schon gesagt.

Dabbeljuh führt 4 Jahre weiter Krieg gegen das Böse, die Amis stand by his side, die anderen sterben, wir gucken zu und heulen. Also alles wie immer.

Bei der Rückkehr in die Geschichte sind wir, scheints, über das Ziel hinausgeschossen. Bis ins Mittelalter. Wahrheiten sind back, big time, J/N das Banner des 21. Jahrhunderts. Dass die Zeloten es hochhalten, überrascht nicht, die müssen ja, sonst wären sie keine. Erschreckend, wer alles mitmacht.

Das ist, wenn man drüber nachdenkt, eine Kehrseite der Blogomanie. Bloggen als freundliche Version des Nicht-Wahrheiten-Nicht-Aushaltens. Die eigene oral hystery im Netz festschreiben, das hält, da kann man sich dran verankern. Was soll daran schlimm sein? Nichts außer dem mitschreibenden Wunsch, aus dem Hintergrundrauschen herauszutreten, das Netz mit dem Fleiß vieler tippender Finger seiner Un-Heimlichkeit zu entledigen.

Man siehts an der allfälligen Beharkerei um den Gewinnn von Aufmerksamkeit und Deutungsmacht, die dem Hamster je nach Tagesform ein Lächeln, ein Kopfschütteln oder ein Wegklicken entlockt.

Am besten ich schreibe hier mal Arsch, Titten, ficken hin, damit ich in den Suchmaschinen auftauche. Schade, dass ich die Backtrackerei trotzdem nicht verstehe. Prost.

Dienstag, 2. November 2004

Aus dem Leben der Angestellten

Ich sitze den ganzen Tag vor der Kiste, ohne die Stunden als Geldarbeit, Kustprduktion oder Freizeitvergnügen zu markieren.

Aber das ist anders: Gestern kommt jemand um 23 Uhr nach 12 Stunden ohne Pause aus dem Büro. Im Bett skizzieren wir bis halb 2 die Strukturen, die eine Datenbank haben müsste, mit der solche Arbeitstage zu verhindern wären. Für eine Aushilfe, die den Scheiß sortiert, solange die webgestützte Datenbank noch nicht da ist, gibt es kein Geld. Wahrscheinlich gibts für die Datenbank auch keins. So geschehen nicht in einer Internetbude oder einer StartUpKlitsche, die der Betroffenen (mit) gehört, sondern in einem Traditionsunternehmen allererster Kajüte.

Da bleibe ich doch gerne Freiberufler mit dem Sozialhilfesatz als Benchmark. Ha, wieder drüber, und schon hängen mir die Damen vom Finanzamt Mitte-Tiergarten den Ehrenkranz aus Schwermetall um den Hals, der mich unaufhaltsam unter die Oberfläche zieht.
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